Die Genossenschaft für Nachbarschaftshilfe ZeitGut Toggenburg hat seit Gründung über 12’000 Stunden Freiwilligenarbeit ermöglicht. Ein Grossteil der geleisteten Unterstützungsarbeiten liegt im Bereich des Gesellschaftens.

Bereits über 300 Menschen haben sich bei ZeitGut Toggenburg angemeldet, um nachbarschaftliche Hilfsleistungen zu bieten und anzunehmen. Die Zeit-Gebenden und -Nehmenden sind in sogenannten «Tandems» organisiert. Über 12’000 Stunden an Unterstützungsleistungen kamen so seit der Gründung im Jahr 2017 zusammen. Dabei ist kein Geld geflossen – die Gebenden bekommen die geleisteten Stunden als Gutschrift auf ihr eigenes «Zeit-Konto» geschrieben, mit denen sie später, bei Bedarf, wiederum Leistungen «bezahlen» können. Was viele nicht wissen: Ein Schwerpunkt der Unterstützungsleistungen liegt nicht etwa bei klassischen Nachbarschaftsaufgaben wie Rasenmähen oder Einkaufen. Sondern im Bereich des Gesellschaftens, also Konversation, Spazieren, Spielen und allgemeine Begleitung. «Man schenkt mit einer Zeitgutschrift genau das: Zeit», erklärt Koordinatorin Silvia Frick.

Das Zwischenmenschliche im Fokus

Die Tandems würden diese geschenkte Zeit auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen gemeinsam verbringen, erläutert Frick. «Wieder einmal einen Ausflug machen, gemütlich zusammen auswärts essen gehen, spielen, plaudern oder Talente tauschen, das ist alles ohne den zusätzlichen Einsatz von Geld möglich.» Es gehe bei ZeitGut mehr um das Zwischenmenschliche, weniger um Arbeit im eigentlichen Sinn. Aber selbstverständlich helfen Freiwillige auch in solchen Bereichen aus, so kocht zum Beispiel ein Genossenschafter ein Mal die Woche im Lichtensteiger «Chinderhuus Haselmuus». Und besagtes Rasenmähen oder Einkaufen ist natürlich ebenfalls gefragt, ebenso Unterstützung bei der Betreuung von Kindern.

Aber auch bei solchen Aufgaben gehe es nie primär um «Arbeit», sondern immer ums Zwischenmenschliche und das Gegenseitige, sagt Silvia Frick. «Die Erfahrungen, die Gebende sowie Nehmende machen, sind für beide sehr erfüllend und beglückend.» Etwas für andere zu tun hiesse, auch etwas für sich selbst zu tun, so Frick.

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